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Moritz Geocacher klettert
Moritz Geocacher Baumstumpf
25 Sep 2016

Vom ahnungslosen Muggle zum Elitecacher

Vom ahnungslosen Muggle zum Elitecacher

Station 1: Ohne Ahnung und fehlendem Geocaching Equipment

 

Klar hat man Geocaching schon als Hobby in der Presse oder bei Freunden gehört, man wusste grob das Hobby als „moderne Schnitzeljagd“ zu beschreiben. Was genau dahinter steckt, wie das Hobby genau funktioniert wusste ich nicht. Den Mut selbst mich aktiv einzulesen und einfach mal zu starten fehlte mir. So viele Fragen waren unklar: Wie findet man einen Cachebehälter?  Was hat es mit dem Logbuch auf sich? Brauche ich spezielle Cacher Ausrüstung, eventuell sogar Geocaching Kleidung? Fragen über Fragen die erstmal keine Beantwortung fanden. Das Thema Geocaching verlief sich erfolgreich im Sand. Wochen später besuchte mich eine Freundin aus Hamburg und sie war schon über einem Jahr dem Hobby Geocachen verfallen.  Also ging es gemeinsam auf Tour um die ihr fehlenden Länderpunkte einzusammeln.

Zum ersten Mal kam ich mit Cachebehälter in Berührung, lernte die teils sehr verrückten Versteckideen kennen und ich fing langsam an Blut zu lecken für dieses Hobby. Ich wusste nun dass es oft ein Geocaching Hinweis gab, der mir helfen sollte den Cache zu finden. Dies erwies sich auch als sehr hilfreich. Viele  Caches und Stunden später landeten wir müde zuhause. Wir entschieden uns spontan ein  Nachtcache anzugehen. Meine Bekannte war bestens ausgestattet, da sie zuvor eine Ladung an Zubehör in einem Geocaching Online Shop gekauft hat. Ganz nach Rambo-Art mit Kopflampen, UV-Lampen, Taschenspiegel und Walkie Talkies ausgestattet wanderten wir in Richtung eines alten Fabrikgebäudes.  Ich würde lügen wenn ich mir nicht eingestehen würde dass es ziemlich unheimlich war. Ein 80 Jahre altes Industriegebäude von Innen nur im Lichtkegel der eigene Kopflampe zu entdecken, hat doch einen gewissen Kick und Spannung macht sich breit.

Nach einer Stunde war die Geocache Box endlich gefunden, es war feinste Detektivarbeit. Alle Hinweise wurden durch die eigene UV-Taschenlampe gefunden (ich fand das damals ziemlich abgefreaked Hinweise mit einem UV-Stift zu hinterlassen, heute mit der Cachererfahrung lächelt man noch kühl drüber).

Das erlebnisreiche Wochenende ging vorüber, das Cacherfieber blieb. Was ist das tückische an einer Virusinfektion? Es verbreitet sich schnell..

Station 2:  Geocaching in Deutschland ist ein echter Trend und ich bin dabei

 

Wenn ich einem Hobby nachgehe, dann konsequent. Mein neuen GPS Gerät halte ich wenige Tage später in den Händen. Schnell suche ich mir Mitstreiter in der Familie und bei Freunden. Oftmals sieht man zu Anfangs Fragezeichen in den Gesichtern: ich soll im Wald nach Geocaching Dosen suchen? Einfach so, ohne Hintergedanke? Die anfängliche Skepsis kann meist aber sehr schnell in ein lächeln gewandelt werden. Wir entdecken gemeinsam spannende Stellen in unserer eigenen Heimat die wir zuvor noch nie gesehen haben und uns ohne Geocaching wohl auch verborgen geblieben wären.  Mit der Zeit verwandeln sich immer mehr Caches in Smilies in unser Heimat und man stattet sich aus: neue Geocaching Utensilien müssen her: die sogenannte ECGA „erweiterte Cachergrundausstattung“: ein Multitool, Pinzette, Magnetheber und noch weiteres Zubehör trägt man mit sich um und freut sich wie ein kleines Kind auf den ersten und vorrübergehenden letzten Einsatz des Magnethebers. Aber egal: der Moment erinnert an die Ausstattung des 007 Agenten und dank Q‘s Aussattung können wir den Cache erfolgreich heben. Wir haben die Lizenz zum echten Elitecacher.

Station 3: Mehr, mehr, mehr! Eigene Geocaching Ideen umsetzen..

 

Wir sind mittlerweile eine eingeschworene Truppe geworden – ein Team. Wir versammeln absolute Rätseljunkies unter uns. Stundenlanges rätseln ist kein Problem. Erst ein grüner Geochecker lässt das Herz auflachen. Andere kümmern sich um technische Raffinessen: das Auslesen von Informationen aus Bildern, fiese Passwortabfragen in Mysterycaches. Ein gutes Team hat eben viele Kompetenzen.

Doch Moment: Bisher haben wir nur Caches gesucht, aber noch keine versteckt. Wir haben bis hier her schon sehr viele Caches gefunden und erschufen so eine Runde mit 18 eigenen Caches. Teils einfache bis sehr schwierige Verstecke platzierten wir. An Geocaching Versteck Ideen mangelt es uns jedenfalls nicht. Die Runde war und ist heute noch ein großer Erfolg, hunderte Geocacher „quälten“ sich über die 8km an unseren Dosen vorbei.

Die ersten längeren Touren standen ins Haus, „Powertrails“ wurden angegangen und schnell wurde klar: das Loggen im Team ist äußerst umständlich und vor allem zeitintensiv. Wir überlegten uns ernsthaft einen Stempel für Geocaching Log Einträge zu erstellen. Doch fanden wir von Anfang an die Nutzung eher suboptimal. Oftmals findet man nasses Papier in den Caches vor und eine Auflage für das sichere Stempeln findet sich im Wald bekanntlich auch nicht. Es war für uns keine zufriedenstellende Nutzung. Auch bei einer Tour mit mehreren Leuten müsste man relativ unflexibel einen neuen Stempel bestellen. Der Cache Stempel war aus dem Rennen! Wir suchten länger nach einer optimalen Lösung: kostengünstig, individuell und vor allem eine praktische Nutzung war das Kriterium. Ohne es zu wissen entwickelten wir die Anfänge des Produktes Geosticker. Wir ließen in einer Druckerei genau auf unsere Wunschmaß eigene Sticker produzieren. Wir waren von der Nutzung begeistert. Schnell, immer dabei (gerne auch im Geldbeutel für den Spontancache) und völlig unempfindlich gegenüber nassen Oberflächen. Einziger Kritikpunkt war der sehr hohe Preis durch die Mindermengen in Druckereien, ein gewohntes Problem. Wir konnten bei der nächsten Bestellung unser Layout flexibel ändern und natürlich vollfarbig darstellen. Bei größeren Wochenendtouren konnte man ein „Toursticker“ erstellen. Mehrere Geocachingnamen finden Platz und mit einem Sticker haben wir geloggt. Ein unheimlicher Komfortgewinn. Mit der Zeit entwickelten wir immer mehr eigene Geocaching Container, um diese anschließend in unser Nähe auszulegen.

Station 4: T5 wir kommen!

 

Die eigene Homezone ist fast weggeputzt, nur noch die fiesen T5 Klettercaches liegen auf der Karte, wobei halt Lockpicking gibt es ja auch noch. Es besteht konkreter Handlungsbedarf für uns. Nach kurzer Rücksprache mit einem Klettergartenbesitzer bekommen wir in 2 Tagen die Theorie und die Praxis rund ums Klettern im Baum erklärt. Knotenkunde, Einwerfen, Aufstieg  und Abstieg werden trainiert un sehr bald den ersten eigenen Klettercache angehen zu können und das ohne Absturz und Verletzung. Kurze Zeit später folgte die eigene Kletterausrüstung und seitdem werden sämtliche T5 Geocaches unsicher gemacht. Es macht total viel Spaß und ist nochmal ein neues Level rund um das Thema Geocaching. Vom Schlösserknacken verstehen wir bis dahin noch nichts, Lockpicking ein Buch mit sieben Siegel. Wir fingen mit einem Übungsschloss an uns die Materie eines Schlosses anzuschauen. Ein Umstand den man nie betrachtet, tausendfach genutzt aber wie ein Bügelschloss mechanisch arbeitet interessiert nicht. Nach Stunden der Übung vor dem Einschlafen und nach dem wachwerden ist es endlich vollbracht, wir können Schlösser öffnen und diese Challenge begleitet uns nun auch öfter auf unserer Geocachingtour. Erstens kommt alles anders und zweitens als man denkt..

 

Station 5: ein eigenes Geocache Label muss her

 

Als IT-ler und absoluter Geocachingevangelist mit einer Familie die ebenfalls infiziert ist, stellte sich schnell die Frage warum nicht einen eigenen Geocaching Shop führen? 0815 Cacheverstecke werden oft genug verkauft, wir wollten von Anfang an einen anderen Ansatz verfolgen. Geocaching Verstecke bauen und das möglichst kreativ ist unsere Passion. TFTC-SHOP ist geboren. Wir sind Geocacher und möchten mit unseren Kunden auf Augenhöhe neue und spannende Produkte entwickeln und den Spaß nachhaltig steigern. Unsere Kunden lieben unsere selbsthergestellten Geocaching Artikel. Mit wenig Sortiment gestartet und die Produkte stetig am Erweitern freuen wir uns immer steigender Kundenzahl. Wir präsentieren Geosticker als eigenständiges, kostengünstiges Produkt. Ein Onlinekonfigurator ermöglich es den Kunden mit wenigen Klicks den eigenen Geosticker zu erstellen. Nach Bestellung durch den Kunden kann zwei Tage später die Tour beginnen und das Loggen macht gleich doppelt Laune. Ein Stempel für Geocaching Log Einträge wird überflüssig.

Station 6: Neuzeit und Zukunft

 

Hallo Gegenwart! Nach tausenden Caches wird uns bewusst wir sind noch lange nicht am Ende, wir freuen uns auf neue Produkte, neue Ideen und auf unsere Kunden. Wir lieben das was wir tun von ganzen Herzen. Geocaching ist mehr als ein Hobby! Wir freuen uns auf die gemeinsame Zukunft und genießen bis dahin den Sonnenschein und machen die Gegend noch ein wenig unsicher. Bis Bald im Wald und zum nächsten Blogartikel.

 

 

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