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Moritz Geocacher klettert
Moritz Geocacher Baumstumpf
19 Jan 2017

Pokemon GO vs. Geocaching – Läuft beides nicht

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal sagen, dass ich ja schon draußen war und sinnlos in Ecken rumgestanden habe, bevor Pokémon GO ein Thema war.
Tatsächlich bin ich froh, hier mal ganz groß die Klappe aufmachen zu können. Denn tatsächlich habe ich eine Woche vor dem Release mit Geocaching angefangen und bin da also praktisch ein alter Hase. Zwar habe ich noch immer keinen Cache gefunden – aber das sind Details. Allerdings bin ich ungemein erleichtert, dass es jetzt Pokémon GO gibt und dumm im Weg rumstehen jetzt den Mainstream erreicht hat.

Ich bin ziemlich sicher, dass die Frau von meiner letzten Tour sich nicht mehr durch mich bedroht gefühlt hätte (meine stattlichen 164 Zentimeter in Kombination mit meinen großen braunen Rehaugen und meiner relativ untrainierten Figur sorgen halt dafür, dass ich physisch sehr bedrohlich wirke, wenn ich da so in Vorgärten rumlauere). Stattdessen hätte die ihre Kinder zu mir geschickt, damit ich denen verrate, wo das Pokémon ist. Denn Pokémon sind jetzt voll im Kommen. Mein Problem ist nur, dass ich absolut keine Ahnung von Pokémon habe.

Was ist eigentlich dieses Pokémon GO und wieso rasten alle so aus?

Schon in der Grundschule hat sich mir das ganze „Gibst du mir deinen Ramokatex, bekommst du mein Vilidron“ mehr verwirrt, als dass es mich interessiert hätte. Doch da jetzt jeder dieses Pokémon GO spielt, wollte ich das auch mal probieren. Vielleicht wäre das weniger frustrierend als Geocaching, da die Pokémon sich wenigstens nicht im Gulli verstecken. Vielleicht ist das auch die passende Alternative zu Geocaching für so untalentierte Cacher wie mich. Denn die Verstecke der Pokémon sind einfach. Die stehen einfach auf der Straße rum und ich fange die mit meinem Handy ein. Muss ich mich also nicht mal anstrengen und auch keine teuren Geogaching Geräte kaufen.
Nachdem ich dann auch so zwei, drei Stunden durch den Park und in die Innenstadt meines netten Wohnorts Kleve gelaufen bin, hatte ich das System auch schnell raus (im Gegensatz zum Prinzip von Geocaching). Einziger Nachteil ist, dass ich bis jetzt immer bei meinem Handy geknausert habe und nach zwei Stunden der Akku einfach aufgibt. Trotz meines Berufs der hippen Marketing-Fachkraft für digitale Medien bin ich bis jetzt eigentlich immer drum herum gekommen, mir ein teures und schniekes Handy anzuschaffen.

Man kann ja auch mal All In in Sachen Geocaching Zubehör gehen

Dank Geocaching und Pokémon GO ist das nun anders. Ich überlege tatsächlich, ob ich mir entweder ein überteuertes Handy anschaffe – nur damit die Koordinaten endlich mal verlässlich sind – oder mir für meine nächste Geocaching Tour oder den Pokémon Go-Trip ein GPS zu kaufen. Wäre das übertrieben für einen Noob wie mich? Wahrscheinlich. Denn normalerweise habe ich mich eigentlich ganz gut im Griff, was den Erwerb von sinnlosem Quatsch angeht. Da ich mal Marketing studiert habe und deswegen weiß, dass ich die meisten angebotenen Produkte einfach nicht brauche, müsste ich also eigentlich wissen, dass ein GPS eine dieser sinnlosen Quatsch-Anschaffungen ist und das Gerät rumfliegen wird.
„Aber was, wenn ich doch tatsächlich mal einen Cache finde? Was, wenn ich dann mal ein richtiger Geocacher bin? Dann darf ich doch auch Geocaching Zubehör kaufen, oder nicht?“ – so oder so ähnlich hörte sich dann der innerliche Kuhhandel an, den ich mit mir selbst betrieb. Ich hatte auch schon relativ lange vor Amazon gehockt und mit einem GPS geliebäugelt. Aber dann habe ich mich doch zusammen gerissen und von einem Kauf abgesehen. Einziges Problem sind diese blöden Retargeting-Kampagnen, die ihr bestimmt auch kennt. Wenn ihr euch etwas bei Amazon anschaut, das Produkt doch nicht kauft und plötzlich genau das Produkt auf jeder Seite als Werbung auftaucht, die ihr euch anseht. Und dieses GPS hat mich angeschaut und „Mama“ zu mir gesagt. Da musste ich mich wirklich zusammen reißen.

Nur brave Geocacher kriegen ein GPS
Bis jetzt bin ich willensstark geblieben und habe mit mir selbst vereinbart, dass ich erst mindestens zehn Caches gefunden haben muss, damit ich einen GPS-Kauf in Erwägung ziehen darf. Wenn das so weiter geht, wie bisher, wiege ich mich da in Sicherheit. Derzeitiger Findungs-Stand: 0

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