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Moritz Geocacher klettert
Moritz Geocacher Baumstumpf
04 Jan 2017

Das will alles nicht so, wie ich – Geocaching für Noobs

„Hallo, ich bin Sam – und ich habe Geocaching nicht verstanden“ – so oder so ähnlich werde ich mich wahrscheinlich meiner anonymen Gruppe für Geocaching-Noobs vorstellen. Denn es ist wahr. Ich habe ein wenig Probleme damit, mich einzufinden. Ob ihr’s glaubt, oder nicht – Ich finde diese dummen Caches einfach nicht. Aber das kann vielleicht auch an mir liegen. Mich kann man eher so als spontanen Typ bezeichnen, der nicht viel von Vorbereitungen hält – das ist wahrscheinlich auch die Tatsache, die mir hier das Genick bricht. Anscheinend muss man Geocaching auch mit ein wenig Ernst betreiben.



Den habe ich jetzt erstmal nicht an den Tag gelegt, als ich mir spontan gedacht habe, dass ich das mit dem Geocaching jetzt einfach mal ausprobieren werde. Schließlich habe ich beruflich jetzt viel mit Geocaching zu tun und dann sollte ich auch ein bisschen Ahnung haben. Prinzipiell kann ich Marketing betreiben, ohne auch nur die geringste Ahnung über ein Produkt zu haben – aber mir liegt der TFTC-Shop einfach viel zu sehr am Herzen, als dass ich das Risiko eingehe, eine falsche Entscheidung bloß wegen Unwissenheit zu treffen. Also raus aus dem Büro und rein in den Wald.

Geocaching Tour mal anders

Naja, was heißt Wald. Ich bin halt zwei Straßen weiter gelaufen, wo ein paar Bäume stehen. Für mich als Städter ist das ja schon fast Wald. Anyway. Geocaching Kleidung fand ich dann auch eher ein bisschen affig und bin mit Chucks, Jeans und T-Shirt rumgelaufen. War schon mal die erste Fehlentscheidung. Denn ich hatte unterschätzt, dass man doch ganz schön im Morast rumlaufen muss. Ich war auch ein wenig töricht und dachte mir: Alles klar, ich laufe da jetzt hin und dann schreibe ich mich ins Geocaching Logbuch. Ja Pustekuchen! So einfach ist das anscheinend nicht. Ich muss ja tatsächlich was suchen. Nur wo?
Die ersten Anwohner werden schon misstrauisch, was die komische Frau da auf ihrer Straße im Gebüsch macht. Ich finde eine Mistgabel, die in der Erde steckt. Geht doch, das ist der Hinweis! Ich grabe die Mistgabel aus und grabe weiter nach dem Schatz. Fünf Minuten später. Meine beigen Chucks sind dreckig, meine Hände sich dreckig, ich bin dreckig. Vom Cache keine Spur. Die Frau, die mit ihren Kindern im Garten spielt und mich dabei die ganze Zeit im Blick hat, sieht aus, als könnte sie nicht ganz einschätzen, ob ich eine gefährliche Irre bin, oder eine harmlose Irre, die vielleicht aktiv Hilfe brauchen könnte. Bis jetzt habe ich also noch kein super Erlebnis in Sachen Geocaching. Die Erfahrung ist eher frustrierend.
Also Geocaching Zubehör ist durchaus eine Herausforderung

Mein Handy ist auch keine große Hilfe. Ständig springt es um von noch drei Meter auf noch 36 Meter, obwohl ich mich nicht bewege. Außerdem bin ich Städter und nicht für eine solche Geocaching Tour ausgerüstet. Also im Kopf. Denn die Geocaching App gibt mir nen Kompass und sagt so: „Bitte sehr. Jetzt mach mal“. Ist das eigentlich peinlich, wenn ich sage, dass ich 28 Jahre alt bin und noch nie einen Kompass benutzt habe? Naja, ich habe es aber tatsächlich noch nicht.
Deshalb laufe ich planlos im Kreis. Hier mal ein paar Bäume abtasten, dann ganz genau den Bordstein ansehen und letztendlich versuche ich, den Cache an einer Mauer zu finden. Das ist dann der Zeitpunkt, an der der Mutter es zu bunt wird, weil ich da jetzt seit ner halben Stunde praktisch in ihrem Vorgarten rumschleiche und fragt mich dieses genervt-bestimmte „Kann ich Ihnen helfen?“, das eigentlich sagen soll: „Verzieh dich, du nervst“. Ich versuche, ihr zu erklären, dass ich hier Geocaching mache. Das versteht sie nicht ganz. Wahrscheinlich, weil ich es auch nicht richtig verstehe und deshalb falsch erkläre.

Ihr und eure blöden Geocaching-Verstecke! 😉
Aber ja. Ich gebe auf. Ich bin nass, dreckig und habe den Cache nicht gefunden. Ganz toll. Nachdem ich dann nach Hause komme und mir dann doch mal die Mühe mache, ein wenig zu recherchieren, wie Geocaching funktioniert, stelle ich fest, dass Caches anscheinend nicht vergraben werden und es immer einen Geocaching Hinweis gibt. Als ich den Hinweis für meinen Cache finde, sehe ich auch die Einträge von anderen Cachern die alle sagen „Voll tolles Versteck – sehr schnell gefunden!“ und mich somit praktisch verhöhnen. Mit ein bisschen Stalking finde ich dann heraus, dass der Verstecker das Ding im Gulli geparkt hat. Sorry, wie soll man denn da bitte drauf kommen?
Ich sehe schon, Geocaching wird eine ziemliche Herausforderung. Aber ich bin gewillt, diese anzunehmen. Denn irgendwie war es ziemlich cool, total nass und dreckig und auch ein wenig erschöpft zurückzukehren und mal in diesem „Draußen“ gewesen zu sein. Ich verspreche, mir ab jetzt ein wenig mehr Mühe zu geben. Deswegen bin ich jetzt hier mal raus. Geocaching-Videos auf YouTube schauen.
Eure Sam

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