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Moritz Geocacher klettert
Moritz Geocacher Baumstumpf
25 Sep 2016

Atemberaubende Caches Teil 1: Bunkercache

 

Geocaching ist absolut vielfältig, vom einfachen Petling hinter der Hecke bis zum ausgeklügelten Cacheversteck oder spannende Lostplaces. In dieser Serie stellen wir euch besondere Caches vor die wir selbst gesucht und gefunden haben und die auch Monate danach noch ein grinsen auf unsere Gesichter zaubert.

Der Bunkercache „Petit Ovrage de Welschhof“ (GC3CHDH) ist ein absolutes Highlight. Die in Frankreich gelegene Bunkeranlage bestehend aus 3 Bunkern, war Teil der Maginotlinie und Schauplatz des zweiten Weltkrieges. Das Infanteriewerk Welschhof fiel am 24. Juni 1940, kurze Zeit vor dem Waffenstillstand.

An einem Samstag machte sich das Team bestehend aus 4 Personen in Richtung Bunkereingang. Vorausschicken sollte man, dass eine solche Tour einer Vorplanung und entsprechendes Equipment benötigt. Bitte macht einen ähnlichen Cache niemals alleine und informiert vorher Freunde oder Familie unbedingt über euren Aufhaltungsort. Grundsätzlich ist das Betreten von Bunkeranlagen eine rechtliche Grauzone, da die Anlagen bereits versiegelt worden sind, aber danach meist wieder ohne Erlaubnis geöffnet wurden. Bitte macht euch bewusst das ihr selbst für euer Handeln Rechenschaft ablegt. Zu unserer doppelt überprüfen Ausrüstungen gehörten: stabiles und festes Schuhwerk (ein absolutes Muss), Kopflampen, mehrere Ersatztaschenlampen, Ersatzbatterien, 1.5 Liter Wasser pro Person, ein Lageplan der Bunkeranlage und ein Makierspray. Sollte eine Wegemakierung notwendig werden.

Der Einstieg führte mithilfe eines 10-15cm breiten Holzbohlen über einen 5 Meter langen Graben mit einer Tiefe jenseits der 10 Meter. Ein waghalsiger Einstieg in das Bunkerabteuer. In dem Bunker angekommen machten wir uns direkt auf die Suche nach UV Markierungen an bestimmten Gebäudestellen. Anschließend führte ein gewendeltes Treppenhaus uns ca. 40m in die Tiefe. Die Luft wurde spürbar feuchter, man fühlte sich wie in einem endlos großen Tunnel, die Temperatur fiel rapide ab. Raum an Raum drängte sich eng nebeneinander.  Ehemaligen Küchen, Werkstätten, Lagerräume und Schlafräume konnten wir uns im Leuchtkegel der eigenen Taschenlampe anschauen. Ein unbeschreibliches Gefühl Geschichte so nah zu entdecken. Um die Mission zu erfüllen, musste der zweite Bunker betreten werden. Dies ist nur über den über ein 1km langes unterirdisches Verbindungsstück möglich. 40m unter der Erde nur mit den eigenen Taschenlampen kann sich ein gerader 1km langer Tunnel wirklich endlos wirken. Neue Geräuschwelten eröffnen sich und nach bereits 45min Aufenthalt in der Dunkelheit gewöhnen sich die Augen an die Situation. In Bunker zwei angekommen suchen wir hier auch noch die notwenige Zahl um die Finalkoordianten des Cache Behälters zu errechnen. Gesucht, gefunden, wir können raus. Das stellt sich als unerwartet schwer heraus, der zweite Bunker ist immer noch erfolgreich versiegelt und ein Ausstieg von daher nicht möglich. Wir entscheiden uns den gleichen Weg wieder zurück zu wählen. Nach mehr als 1,5 Stunden in der Dunkelheit, vielen spannenden Entdeckungen und vielfältigen Eindrücken sind wir wieder zurück im Tageslicht angekommen. Nach der Eingabe der zuvor ermittelten Koordinaten konnten wir das Finalversteck sehr schnell finden und uns im Logbuch verewigen. Wow! Ein spannender Nachmittag, in einem mystischen Relikt unserer geschichtlichen Vergangenheit, die man nur jedem empfehlen kann.

Es wurde aber wieder deutlich wie sehr die Vorbereitung bei Extremcaches an Wichtigkeit gewinnt. Bunkeranlagen sind gefährlich und können bei schlechter Vorbereitung oder Leichtfertigkeit schnell zum Verhängnis führen.

Welche spannenden und nicht ganz alltäglichen Caches habt ihr schon absolviert? Wir freuen uns über Erfahrungen, Kommentare oder Anmerkungen und sind bald mit Teil 2 der Serie „atemberaubende Caches“ zurück.

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